Freizeitpark Elfrather See
SPD kritisiert dilettantisches Verfahren
„Dieses Projekt ist von der Verwaltung stümperhaft begleitet und umgesetzt worden. Wir haben es hier mit einem handwerklich schlecht gemachten Vertrag zu tun, dem übereinstimmend alle Fraktionen so nie hätte zustimmen können. Oberbürgermeister Kathstede und Kämmerer Cyprian haben die Dimension dieses Projektes und die Fragen, die sich zwangsweise daraus ergeben müssen, offensichtlich bis heute nicht verstanden", erklärt der Vorsitzende der SPD-Fraktion, Uli Hahnen.
Besonders unverständlich ist für Uli Hahnen die Tatsache, dass die Fraktionen über Einzelheiten des Vertrages erst Ende Januar 2012, kurz vor der entscheidenden Sitzung des Ausschusses für Landwirtschaft und Liegenschaften, informiert wurden. Vertragsverhandlungen zwischen Investor und Stadt hat es aber schon mindestens seit August 2011 gegeben. „Oberbürgermeister und Stadtkämmerer haben offensichtlich nicht haltbare vertragliche Zusagen gemacht, ohne vorher nur einmal die Politik zu kontaktieren. Doch der Rat der Stadt Krefeld hat letztendlich die Entscheidung darüber zu treffen, wie die Vertragskonditionen aussehen. Es ist einfach ein Unding, wie blauäugig die zuständige Verwaltung hier agiert". Der von der Verwaltung vorgelegte Vertrag hätte mehr Fragen offen gelassen, als Antworten gegeben.
Alle Beteiligten brauchen Rechtssicherheit
Uli Hahnen betont, dass es noch eine Fülle von Fragen privat-rechtlicher, aber auch öffentlich-rechtlicher Art gegeben hätte. Fragen über Fördermittel oder Lärmimmissionen seien nicht innerhalb weniger Tage zu klären. „Die Verwaltung hätte diese wichtigen Fragen der öffent-lich-rechtlichen Art über die vielen Monate der Gespräche längst im Verfahren klären müssen. Warum das nicht geschehen ist, bleibt mir ein Rätsel. Dafür müssen die Verantwortlichkeiten innerhalb der Verwaltung noch geklärt werden". Auch Fragen zur Pachthöhe hätten zwischen Investor, Verwaltung und Politik im Vorfeld geklärt werden müssen.
Uli Hahnen sagt aber auch, dass ein erfahrener Investor wie Gerald Wagener die Entschei-dungsprozesse innerhalb einer Stadt hätte kennen müssen. „Seine alleinigen Kontakte zu Oberbürgermeister Kathstede reichen eben in einem parlamentarischen System nicht aus". Offensichtlich wolle sich Wagener neuen Verhandlungen „auf Augenhöhe" nicht aussetzen. „Wir können nur in einem ausgewogenen Maße Rücksicht nehmen auf die Befindlichkeiten von Herrn Wagener. Wir haben die Interessen der Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt zu wahren und das macht zumindest die SPD auch in diesem Fall konsequent". Ob es sinnvoll sei, sich als „beleidigte Leberwurst" schmollend zurückzuziehen, müsse Wagener für sich selber entscheiden. Aus Sicht der SPD sei das Tor für weitere Gespräche noch offen.
SPD will Verfahren zu Ende führen und Europaweite Ausschreibung
Die SPD will das Verfahren zu den Pachtverträgen, mit oder ohne Wagener, nicht einstellen, sondern strukturiert und konsequent zu Ende führen. „Wir haben offensichtlich gute und wirtschaftlich interessante Voraussetzungen für eine solche Investition mit Wasserski und Wake-board-Anlage am Elfrather See. Das sollten wir nutzen".
Die SPD will jetzt die Verträge rechtssicher machen und die Verwaltung bitten, zu prüfen, ob eine europaweite Ausschreibung mit der vorgesehenen Nutzung möglich ist.
„Dann kann sich Herr Wagener ja wieder bewerben, oder wir verhandeln mit einem anderen Investor über die Ansiedlung dieses zukunftsweisenden Freizeitangebotes", erklärt Uli Hahnen abschließend.